BRÄUCHE UND TRADITIONEN

Bräuche und Traditionen der Mosella-Musikanten

Neben der jährlichen Dreifaltigkeitsprozession zum Bleidenberg, die ja der Anlass zur Gründung der Mosella überhaupt war, gab es in früheren Jahren und gibt es zum Teil heute noch einige Bräuche bei den Mosella-Musikanten, die sich auch bei der Dorfbevölkerung großer Beliebtheit erfreu(t)en:

Als erstes wäre hier zu nennen die „Wutze“-Verlosung am Ostersonntagabend, erstmals durchgeführt 1960 oder 61 im Festsaal des damaligen Gasthauses Moseltal.
„Wutz“ ist der hier in unserer Region landläufig gebräuchliche Ausdruck für Schwein.
Ein ebensolches wurde hier in einer Oberfeller Metzgerei gekauft, geschlachtet und zu leckeren Schinken-, Braten- und Hausmacher-Wurst-Portionen verarbeitet. Diese wurden dann während eines buntgemischten Konzerts der „Mosella“ an die Besucher der Veranstaltung verlost. Hauptpreis war dabei dann immer der appetitlich garnierte und mit leckerer Bier- oder Schinkenwurst gefüllte Kopf der Wutz. Nachdem dieser „Wutze-Kopp“ dann seinen Gewinner gefunden und auch das Konzert beendet war, konnte das Tanzbein geschwungen werden. Letztmalig durchgeführt wurde diese Veranstaltung am Ostersonntag 1973 im Saal Gasthaus „Krone“, das damals unser Vereinslokal war.






Ein weiterer Brauch war und ist die musikalische Gestaltung der Oberfeller Kirmes.
Bis 1966 spielten wir am Kirmessamstag immer einen Fackelzug durch den festlich geschmückten und beleuchteten Ort, wobei wir vom Alkener Spielmannszug unterstützt wurden (im Gegenzug wirkten wir dann immer einige Wochen später beim Fackelzug der Alkener Kirmes mit).
Ab 1967 gab es dann keinen Fackelzug mehr, dafür sorgten wir für den musikalischen Rahmen beim Aufstellen des Kirmesbaums, als dieser noch unten am Moselufer, am Leinpfad (gegenüber Haus Ternes) seinen Platz hatte.
Der Kirmesmontag begann mit dem Wecken bereits früh um 6 Uhr. Mit Marschmusik wurde durchs Dorf gezogen, an Häusern spendierfreudiger Oberfeller Station gemacht, die uns mit einem Umtrunk oder einer Platte mit Appetithappen erwarteten. Ein Musikstück als Dankeschön und weiter gings.

Um 9.00 Uhr war dann Kirchgang mit Musik zum Festgottesdienst, anschließend wurde am Kriegerdenkmal der Opfer der beiden Weltkriege gedacht und ein Kranz niedergelegt. Sodann ging es mit Marschmusik zum jeweiligen Vereinslokal, wo ein kleines Frühschoppenkonzert stattfand und anschließend bei Tanz- und Unterhaltungsmusik der Ausklang der Kirmes gefeiert wurde.

Ab 1971 entfielen dann das Wecken und der Kirchgang, dafür wurde dann das Frühschoppenkonzert unter freiem Himmel „An der Linde „ durchgeführt, wo wir einen Weinbrunnen aufbauten. Dies waren die Anfänge der heutigen Weinkirmes.