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Musikverein 1903 Oevtentrop e.V.
Einige Vorbemerkungen zur Verbindung der Mosella-Musikanten mit Oeventrop Unter den Gründungsmitgliedern der „Mosella“ gab es einen, der wegen einer herausragenden Leistung hier ganz besonders gewürdigt werden soll. Gemeint ist der verstorbene Ehrenvorsitzende des Vereins, Robert Schunk. Robert, der schon Vorkenntnisse als Blasmusiker besaß – er hatte schon vor 1956 zusammen mit seinem Vater Johann Adam und anderen Musikern bei der Prozession zum Bleidenberg mitgespielt und den drei anderen „Männern der ersten Stunde“, Willi Lellmann, Clemens und Günter Thelen in der Gründungszeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden und war stets mit großem Eifer für die neue Sache der Mosella eingetreten. Als besonderer Verdienst Roberts darf bezeichnet werden, dass er die seit der Gründung bestehende Freundschaft mit dem Musikverein Oeventrop (Sauerland) gestiftet hat. Und dies kam so:
In den fünfziger Jahren war eine Oberfeller Baufirma am Bau der Ruhr-Talsperren des Sauerlandes beteiligt. Oberfeller Maurer und Pflasterer waren im Einsatz; sie mussten die Woche über dort bleiben und kamen nur zum Wochenende nach Hause, und oft, noch nicht mal dann. Zu ihnen gehörte auch Robert, der als Baggerfahrer fungierte. Und was taten die Arbeiter fernab von Heimat und Familie? Nun, sie sahen sich um und besuchten die zahlreichen Schützenfeste des Sauerlandes. Robert, musikbegeistert, war natürlich vorzugsweise dort anzutreffen, wo eine Musikkapelle aufspielte. So traf er auch einmal bei einem Schützenfest in den Orten Delecke oder Günne am Möhne-See auf die Musikkapelle aus Oeventrop. Er machte sich mit den Musikern bekannt, und diese erfuhren dann, dass Robert an der Gründung einer Musikkapelle mitwirkt. Die Oeventroper Musiker zeigten sich sehr interessiert und aufgeschlossen. Sie boten ihm an, an ihren Proben teilnehmen zu können. So kam es, dass zu Roberts Reisegepäck stets auch sein Tenorhorn gehörte. Er konnte auf diese Weise eine Menge lernen, was unseren „blutigen Anfängern“ hier in Oberfell natürlich sehr zu Gute kam. Als dann für Oktober 1957 das Gründungsfest der „Mosella“ geplant wurde, lud Robert die Musikkapelle aus Oeventrop ein. Die Oeventroper Musiker folgten der Einladung gerne und übernahmen die musikalische Gestaltung des Festes, da unsere Kapelle mit ihren zwei oder drei Marschliedern und ein paar Volksliedern (man hatte sich ja hauptsächlich mit kirchlicher Musik befasst) hierzu noch nicht in der Lage war. Die Gäste aus Oeventrop waren für die Zeit ihres Besuches, soweit möglich, privat bei den Musikern unseres Vereins untergebracht, und so konnte man sich auch persönlich näher kennen lernen; es entwickelten sich persönliche Bekanntschaften und Freundschaften. Als ganz besondere Förderer der Freundschaft zwischen Oeventrop und Oberfell seien erwähnt Fritz Schulte (†), der ebenfalls wie Robert Tenorhorn blies und Georg Hesse (†), Klarinette, der auch jahrelang bis zu seinem Tod eine private Freundschaft zu einem unserer Musiker und seiner Familie pflegte. Den Gästen aus dem Sauerland schien es in Oberfell gut gefallen zu haben, so gut, dass sie uns wieder besuchten, als wir sie 1965 zum Fest unseres 10-jährigen Bestehens einluden.
Ein Jahr später, an Pfingsten 1966 starteten wir dann zum längst fälligen Gegenbesuch nach Oeventrop und wurden dort herzlich aufgenommen. Man hatte eigens ein kleines Musikfest organisiert, und wir durften dann drei Tage lang erleben, wie man im Sauerland Feste zu feiern versteht.
Im Laufe der Zeit erfolgten noch einige Besuche und Gegenbesuche, nicht nur zu Musikfesten. Im Jahr 1974 z.B. halfen wir unseren Oeventroper Musikfreunden beim Spielen zum Schützenfest in Oeventrop. Im Gegenzug dazu kamen diese dann im gleichen Jahr zu unserer ersten Weinkirmes und übernahmen am Samstagabend die musikalische Unterhaltung.
Als uns die Musikkapelle aus Oeventrop zum 25-jährigen Jubiläumsfest besuchten, sollte dies für Robert Schunk seine letzte Begegnung mit den Oeventroper Freunden werden, denn einige Wochen später verstarb Robert dann plötzlich und unerwartet.
Im Jahr 1979 lud dann der Musikverein Oeventrop zu einem Musikfest ein, das im Oktober stattfand. Wir hatten natürlich zugesagt, aber es tat sich hier ein großes Problem auf: Die Weinlese war in vollem Gange, und auch Dirigent Gottfried Thelen und seine beiden Brüder Willi und Michael, deren Eltern noch Weinbau betrieben, waren in die Lese- und Kelter-Arbeiten eingespannt. Und ohne Dirigent und Willi und Michael nach Oeventrop fahren, ging nicht. Nun, was taten die Musikkameraden? Sie machten aus der Not eine Tugend, fanden sich am Samstagvormittag alle Mann „Auf der Ahr“ ein und gemeinschaftlich zog man in die Wingerte vom „Ahr-Häns“ (Vater von Gottfried, Willi u. Michael) und brachten dessen Weinernte unter Dach und Fach. Nachdem dies erledigt war, konnte man rasch in die Uniform springen und ins Sauerland abfahren. Dort angekommen, erzählten wir den Musikfreunden, was wir schon geleistet hatten. Diese erwarteten von uns, dass, wenn wir schon als Kapelle aus lauter „Winzern“ aufliefen, auch ein „Weingott Bacchus“ dazugehört. Es musste also ein „Bacchus“ her. Hierzug fand sich Musikkamerad Günther Thelen bereit. Entsprechend zurechtgemacht, mit Weinlaub als Bacchus-Krone, Sandalen und Weinpokal, stand er dann beim Kommersabend in der Oeventroper Schützenhalle auf der Bühne. Musikverein 1903 Oeventrop e.V. Schon vor 1900 wurde ein Streichorchester gegründet, dessen Dirigent der 1892 nach Dinschede versetzte Lehrer Franz Goretzki war. Hierdurch angeregt, fanden junge Männer aus Glösingen Gefallen an der Blasmusik. Am 26. Februar 1903 wurde der Musikverein 1903 Oeventrop” gegründet, dem auch passive Mitglieder angehören konnten. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Heinrich Gierse die Aufgabe, die Kapelle wieder neu aufzubauen. Der Vorsitz des Musikvereins wurde Arnold Arens übertragen. Im Jahre 1922 konnte eine Vereinsfahne angeschafft werden. Im Jahre 1928 – als der Musikverein sein silbernes Jubiläum feierte – konnte eine stattliche Kapelle von 24 aktiven Musikern präsentiert werden. Im Jahre 1954 wurden Kesselpauken und Fanfaren angeschafft und 1955 bekam die Kapelle neue Uniformen und wiederum neue Instrumente, unter anderem eine Tuba.
1955 ging es an die Mosel zum Stiftungsfest der Mosella Oberfell, wo unsere Reisen noch mehrmals hingingen, so auch zum 25-jährigen Jubiläum. 1959 wurde das erste Bundesmusikfest Sauerland in Oeventrop ausgerichtet. Es nahmen 20 Kapellen an dieser Veranstaltung teil. Von 1961 - 1965 leitete Georg Becker genannt Heidelberg und von 1965 - 1971 Walter Wiedemann die Musikkapelle. Es wurden viele Feste und natürlich auch kirchliche Veranstaltungen besucht. Von 1971 bis 1973 war Erwin Schulte Kapellmeister. 1973 übernahm dieses Amt Hans-Heinrich Krätzig, der aus der Knabenkapelle kam. Im gleichen Jahr nahm man das erste weibliche Mitglied in der Kapelle auf. Kornelia Heckmann, jetzt Eickhoff-Brüggemann. 1978 feierte der Musikverein Oeventrop sein 75-Jähriges Bestehen. 1981 kam wieder ein Nachwuchsmusiker aus der Schule von F. Schulte: Wolfgang Lieder leitete die Kapelle bis 1989, er wechselte aus beruflichen Gründen den Wohnort. Seit 1988 nennt sich der Verein “Musikverein 1903 Oeventrop e.V.” Immer wieder wurden Versuche gestartet Kinder und Jugendliche an die Musik heranzuführen. In den 80er Jahren starteten Kornelia Eickhoff und Horst Krätzig mit 18 Jugendlichen die Ausbildung, einige blieben bis heute der Kapelle erhalten. Grundlegende Veränderungen spielten sich in der folgenden Zeit ab.1988 war der Musikverein abermals auf der Suche nach einem Kapellmeister. Ein Niederländer namens Rene Kok stellte sich mit Erfolg zur Wahl. 1990 wählte die Versammlung erstmals mit Gerda Lieder eine Frau in dieses Amt. 1996 beschritt der Musikverein einen neuen Weg der Jugendausbildung. Nach langen Überlegungen mit dem Rektor der Grundschule Dinschede, Herrn Ludwig Hoppe, richtete man eine Musik-AG ein. Ab dem 29.10.96 stellte sich ein langjähriges Mitglied der Kapelle, Horst Krätzig, ehrenamtlich für diesen Unterricht zur Verfügung. 18 Kinder im Alter von 8 oder 9 Jahren begannen Noten zu lernen und im Januar 1997 konnte dann erstmals auf Instrumenten fleißig geprobt werden. Somit wurde ein weiterer Grundstein gelegt, dass der Musikverein 1903 Oeventrop e.V. durch eine intensive Jugendarbeit erfolgreich in die Zukunft investiert.
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